Die Umweltplakette bekommen Sie in Deutschland an drei Arten von Stellen: bei der Kfz-Zulassungsstelle, bei anderen zuständigen Stellen und bei anerkannten Prüfstellen und Werkstätten, die Abgasuntersuchungen durchführen. Dazu kommt die Bestellung online oder direkt im Zuge einer Zulassung. Die Gebühr liegt laut Bundesumweltministerium zwischen fünf und zehn Euro, und Ihr Auto müssen Sie dafür nicht vorführen: Es reichen die Fahrzeugpapiere. Hier lesen Sie, welche Ausgabestelle für wen am bequemsten ist, was die Farben bedeuten und wann Sie eine neue Plakette brauchen.
Kurz gesagt
- Wo: Zulassungsstelle, anerkannte AU-Stellen (Prüfstellen, viele Werkstätten) und Online-Anbieter. Wer sein Auto gerade zulässt oder ummeldet, kann die Plakette oft gleich mitbestellen.
- Kosten: an den Ausgabestellen in der Regel 5 bis 10 Euro, online kommen meist Versand oder Servicegebühr dazu.
- Was Sie brauchen: die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein). Das Auto selbst muss nicht vor Ort sein.
- Farben: rot, gelb und grün. In Umweltzonen kommen Sie seit 2012 nur noch mit Grün hinein.
- Neue Plakette nötig: sobald sich Ihr Kennzeichen ändert, weil die Nummer auf der Plakette zum Kennzeichen passen muss.
Inhaltsverzeichnis
- Die Ausgabestellen im Vergleich
- Welche Unterlagen Sie brauchen
- Die Farben der Umweltplakette und ihre Bedeutung
- Die grüne Plakette: wer sie bekommt
- Wo Sie die Plakette überhaupt brauchen
- Wann Sie eine neue Plakette brauchen
- Plakette richtig anbringen
- Unsere Sicht: Die Plakette gehört zur Zulassung
- Zulassung und Plakette in einem Schritt
- Häufige Fragen
- Quellen
Die Ausgabestellen im Vergleich
Das Bundesumweltministerium nennt als Ausgabestellen die Zulassungsbehörden, die zuständigen Stellen sowie die anerkannten Stellen für Abgasuntersuchungen. Welche davon für Sie die beste ist, hängt vor allem davon ab, ob Sie ohnehin gerade einen Termin haben und wie schnell Sie die Plakette brauchen.
| Ausgabestelle | Wann sie sich lohnt | Was Sie mitbringen | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Kfz-Zulassungsstelle | wenn Sie ohnehin zur Zulassung oder Ummeldung gehen | Fahrzeugschein (ZB I) | Manche Behörden geben Plaketten nur noch im Rahmen einer Zulassung aus, nicht nachträglich am Schalter |
| Prüfstellen und Werkstätten mit AU-Anerkennung | bei Hauptuntersuchung, Abgasuntersuchung oder Inspektion | Fahrzeugschein (ZB I) | Nicht jede Werkstatt gibt Plaketten aus, kurz vorher anrufen |
| Online-Bestellung | wenn Sie keinen Termin wollen oder im Ausland wohnen | Foto oder Scan des Fahrzeugscheins | Lieferzeit einplanen, Versand und Service kosten oft extra |
| Zusammen mit der Online-Zulassung | wenn Sie neu zulassen, ummelden oder ein neues Kennzeichen bekommen | die Unterlagen der Zulassung | Plakette kommt mit dem neuen Kennzeichen, kein zweiter Weg nötig |
Bei der Zulassungsstelle
Die Zulassungsstelle ist der klassische Weg und meist der günstigste. Der Haken: Viele Behörden arbeiten nur noch mit Termin, und in einigen Städten gibt es die Plakette vor Ort nur, wenn Sie gleichzeitig eine Zulassung erledigen. Wer nur für die Plakette einen Termin bucht und dafür einen halben Tag Urlaub nimmt, zahlt am Ende mit Zeit statt mit Geld.
Bei Prüfstellen und Werkstätten
Prüforganisationen und Werkstätten, die als Stelle für Abgasuntersuchungen anerkannt sind, dürfen Plaketten ausgeben. Das ist praktisch, wenn Ihre Hauptuntersuchung ohnehin fällig ist: Sie fragen am Schalter nach, die Mitarbeiter prüfen den Fahrzeugschein, tragen Ihr Kennzeichen ein und kleben die Plakette auf Wunsch direkt an die Scheibe. Freie Werkstätten bieten das nicht alle an, ein kurzer Anruf erspart Ihnen eine vergebliche Fahrt.
Online bestellen
Online-Anbieter wollen in der Regel ein Foto Ihres Fahrzeugscheins, prüfen die Schadstoffgruppe und schicken die Plakette mit eingetragenem Kennzeichen per Post. Das ist bequem, dauert aber je nach Versand ein paar Tage und kostet meist mehr als am Schalter. Achten Sie darauf, dass der Anbieter die Plakette tatsächlich für Ihr Kennzeichen ausstellt. Eine Plakette ohne oder mit falschem Kennzeichen ist nicht gültig, und Angebote mit „Blanko-Plaketten“ sollten Sie meiden.

Welche Unterlagen Sie brauchen
Die Ausgabestelle braucht keine Probefahrt und keinen Blick unter die Motorhaube. Laut Berliner Senatsverwaltung prüft sie anhand der Fahrzeugpapiere, zu welcher Schadstoffgruppe Ihr Auto gehört, das Fahrzeug selbst muss nicht vorgeführt werden.
Entscheidend ist der Emissionsschlüssel. Das Umweltbundesamt erklärt, dass die Einordnung in eine Schadstoffgruppe anhand dieses Schlüssels in den Fahrzeugpapieren erfolgt. Sie finden ihn in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 14.1, bei älteren Fahrzeugscheinen im Feld „zu 1“. Wo welche Angabe steht und worin sich Teil I und Teil II unterscheiden, zeigen wir in unserem Ratgeber zu ZB I und ZB II.
So bereiten Sie sich vor:
- Fahrzeugschein bereitlegen: Original für den Schalter, ein gut lesbares Foto oder einen Scan für die Online-Bestellung.
- Emissionsschlüssel prüfen: Steht dort ein Schlüssel, der zu Grün führt, ist der Rest Formsache.
- Nachrüstung belegen: Hat Ihr Diesel nachträglich einen Partikelfilter bekommen, gehört der Nachweis dazu. Idealerweise ist die Nachrüstung bereits in den Papieren eingetragen.
- Kennzeichen kontrollieren: Die Ausgabestelle trägt das Kennzeichen auf der Plakette ein. Steht ein Kennzeichenwechsel an, warten Sie damit, bis das neue Kennzeichen feststeht.
Die Farben der Umweltplakette und ihre Bedeutung
Die Plakette zeigt in einer Farbe, wie viel Feinstaub Ihr Fahrzeug ausstößt. Grundlage ist die Kennzeichnungsverordnung mit vier Schadstoffgruppen, von denen drei eine farbige Plakette bekommen.
| Schadstoffgruppe | Plakette | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| 1 | keine | Fahrzeuge mit dem höchsten Partikelausstoß, keine Einfahrt in Umweltzonen |
| 2 | rot | ältere Fahrzeuge, in heutigen Umweltzonen nicht mehr zugelassen |
| 3 | gelb | mittlere Stufe, in heutigen Umweltzonen nicht mehr zugelassen |
| 4 | grün | niedrigster Ausstoß, Einfahrt in alle Umweltzonen erlaubt |
Die Zuordnung von Rot zu Gruppe 2, Gelb zu Gruppe 3 und Grün zu Gruppe 4 bestätigt auch das Bundesumweltministerium. Rote und gelbe Plaketten gibt es weiterhin, praktisch nützen sie Ihnen aber kaum noch: Laut Umweltbundesamt dürfen seit 2012 nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Umweltzonen fahren.
Eine blaue Plakette, über die immer wieder berichtet wird, gibt es bis heute nicht. Für Diesel-Fahrverbote in einzelnen Städten zählt nicht die Plakettenfarbe, sondern die Euro-Norm im Fahrzeugschein.
Die grüne Plakette: wer sie bekommt
Grün steht für Schadstoffgruppe 4 und ist die Plakette, die fast jeder Autofahrer heute braucht. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums erhalten sie unter anderem:
- Diesel ab Euro 4, außerdem Diesel mit Euro 3, wenn sie ein Partikelminderungssystem haben, also etwa einen nachgerüsteten Filter.
- Benziner ab Euro 1 oder mit einer gleichwertigen Einstufung. In der Praxis heißt das: Fast jeder Benziner mit geregeltem Katalysator bekommt Grün.
- Elektrofahrzeuge. Auch ein E-Auto braucht in der Umweltzone eine Plakette, obwohl es keine Abgase ausstößt. Das überrascht viele Halter, die nach dem Kauf ohne Plakette losfahren.
Das gilt sinngemäß auch für Hybride: Maßgeblich ist, was im Fahrzeugschein steht. Wer unsicher ist, fragt an der Ausgabestelle nach, dort wird die Gruppe ohnehin anhand der Papiere festgestellt, bevor Sie zahlen.
Wo Sie die Plakette überhaupt brauchen
Die Plakette ist keine Vignette für Deutschland. Das Bundesumweltministerium stellt klar, dass Sie sie nur für die Einfahrt in eine Umweltzone brauchen, nicht für die Einreise nach Deutschland oder für Autobahnen. Dafür gilt sie in allen deutschen Umweltzonen, egal in welcher Stadt Sie sie gekauft haben.
Ob eine Stadt eine Umweltzone hat, entscheidet sie selbst. Die Kennzeichnungsverordnung legt nach Angaben des Landes Berlin nur die vier Schadstoffgruppen fest und schafft die Voraussetzung für Fahrverbote, verhängt diese aber nicht selbst. Deshalb kommen Zonen hinzu oder werden aufgehoben, wenn sich die Luftqualität ändert. Eine aktuelle Übersicht der bestehenden Zonen führt das Umweltbundesamt. Die Grenze erkennen Sie am Schild „Umwelt-Zone“ mit dem Zusatzzeichen, welche Plaketten freigegeben sind.
Ausgenommen sind laut Umweltbundesamt unter anderem Oldtimer mit H-Kennzeichen, Kraftfahrzeuge für Menschen mit Behinderung und Fahrzeuge mit Sonderrechten wie Polizei oder Rettungsdienst. Motorräder fallen ebenfalls nicht unter die Plakettenpflicht.
Wer ohne passende Plakette in eine Umweltzone fährt, riskiert ein Bußgeld. Das gilt auch dann, wenn Ihr Auto eigentlich Grün bekommen würde: Kontrolliert wird, was an der Scheibe klebt, nicht was im Fahrzeugschein steht.

Wann Sie eine neue Plakette brauchen
Eine Plakette hat kein Ablaufdatum. Sie gilt, solange sie an Ihrer Scheibe klebt und das eingetragene Kennzeichen stimmt. Neu kaufen müssen Sie sie in diesen Fällen:
- Neues Kennzeichen: Das BayernPortal weist darauf hin, dass bei einer Ummeldung mit Kennzeichenwechsel eine neue Plakette nötig ist, weil die Nummer auf der Plakette mit dem Kennzeichen übereinstimmen muss. Das betrifft etwa den Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk, wenn Sie Ihr altes Kennzeichen nicht mitnehmen, oder den Kauf eines Gebrauchtwagens mit neuem Kennzeichen.
- Neue Windschutzscheibe: Die Plakette ist so gemacht, dass sie sich nicht unbeschädigt ablösen lässt. Nach einem Scheibentausch brauchen Sie also eine neue.
- Neuzulassung: Ein Neuwagen oder ein importiertes Fahrzeug kommt ohne deutsche Plakette. Am einfachsten bestellen Sie sie gleich mit der Neuzulassung online.
- Nachrüstung: Hat Ihr älterer Diesel einen Partikelfilter bekommen, kann er in eine bessere Gruppe rutschen. Dann tauschen Sie Gelb gegen Grün.
Keine neue Plakette brauchen Sie, wenn Sie nur innerhalb desselben Zulassungsbezirks umziehen und Ihr Kennzeichen behalten. Ob Sie in Ihrem Fall ummelden oder nur die Adresse ändern, klärt unser Ratgeber zur Ummeldung nach Umzug.
Plakette richtig anbringen
Die Plakette gehört innen an die Windschutzscheibe, gut lesbar von außen. Bewährt hat sich die untere rechte Ecke auf der Beifahrerseite, dort stört sie nicht beim Fahren und ist bei einer Kontrolle schnell zu sehen.
- Scheibe innen an der Stelle gründlich reinigen und trocknen lassen.
- Kennzeichen auf der Plakette mit Ihrem Nummernschild vergleichen.
- Schutzfolie abziehen und die Plakette ohne Luftblasen aufdrücken.
- Bei Scheiben mit Tönungsstreifen oder Sensoren eine freie Stelle wählen, damit die Plakette sichtbar bleibt.
Kleben Sie die alte Plakette nicht einfach über eine neue. Kratzen Sie sie ab, damit bei einer Kontrolle keine Zweifel entstehen, welches Kennzeichen gilt.
Unsere Sicht: Die Plakette gehört zur Zulassung
Wir erleben jeden Tag, dass die Umweltplakette ein Nachgedanke ist. Jemand meldet ein Auto um, bekommt ein neues Kennzeichen, fährt los und merkt erst an der Grenze der nächsten Umweltzone, dass an der Scheibe noch die alte Nummer klebt. Dann beginnt die Suche nach einer Ausgabestelle, oft mit einem zweiten Termin.
Deshalb sehen wir die Plakette als Teil der Zulassung, nicht als eigenen Behördengang. Bei uns können Sie die Feinstaubplakette als Zusatzleistung direkt zum Antrag wählen, zusammen mit den Kennzeichenschildern. Ihr Kennzeichen steht dann schon fest, wenn die Plakette ausgestellt wird, und Sie haben einen Vorgang statt zwei.
Unser Rat für alle, die nur eine Plakette brauchen und ihr Kennzeichen behalten: Nehmen Sie sie bei der nächsten Hauptuntersuchung mit. Wer aber ohnehin zulässt, ummeldet oder ein neues Kennzeichen bekommt, sollte die Plakette gleich mit erledigen. Das spart die Fahrt, das Warten und das Risiko, mit der falschen Nummer an der Scheibe unterwegs zu sein.
— User
Zulassung und Plakette in einem Schritt
Sie lassen ein Auto zu oder melden es um? Dann erledigen Sie das bei Onlinefahrzeug rund um die Uhr von zu Hause aus, ohne Termin und ohne eID-PIN. Die Zulassung & Ummeldung kostet 54,99 € als Festpreis, die amtlichen Gebühren sind schon enthalten. Bei automatisierter Entscheidung der Behörde liegt Ihr vorläufiger Zulassungsnachweis oft schon nach wenigen Minuten vor.

Die Feinstaubplakette und die Kennzeichenschilder wählen Sie im Antrag einfach als Zusatzleistung dazu. Alle Schritte und Unterlagen finden Sie auf unserer Seite zur Kfz-Zulassung online, beim Halterwechsel hilft die Seite Kfz ummelden online. Was Sie vorher bereitlegen sollten, steht in unserer Checkliste zur Kfz-Zulassung.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich am schnellsten eine Umweltplakette?
Am schnellsten geht es bei einer Prüfstelle oder Werkstatt mit AU-Anerkennung, wenn Sie den Fahrzeugschein dabeihaben: Die Plakette wird meist sofort ausgestellt. Online dauert es wegen des Versands einige Tage. Wenn Sie ohnehin zulassen oder ummelden, bestellen Sie die Plakette am besten gleich mit.
Ist die grüne Plakette noch Pflicht?
Ja, überall dort, wo eine Umweltzone ausgeschildert ist. In diesen Zonen dürfen seit 2012 nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren. Außerhalb von Umweltzonen brauchen Sie keine Plakette, und manche Städte haben ihre Zone inzwischen aufgehoben.
Was kostet die Umweltplakette?
An den Ausgabestellen zahlen Sie laut Bundesumweltministerium zwischen fünf und zehn Euro. Online-Anbieter verlangen meist mehr, weil Versand und Bearbeitung dazukommen. Die Plakette gilt unbegrenzt, solange Kennzeichen und Scheibe gleich bleiben.
Brauche ich für ein Elektroauto eine Plakette?
Ja. Elektrofahrzeuge bekommen die grüne Plakette und müssen sie in Umweltzonen genauso tragen wie Benziner und Diesel. Ohne Plakette droht auch einem E-Auto ein Bußgeld.
Muss ich mein Auto zur Ausgabestelle mitbringen?
Nein. Die Ausgabestelle stuft Ihr Fahrzeug anhand des Emissionsschlüssels in den Fahrzeugpapieren ein. Es genügt, die Zulassungsbescheinigung Teil I vorzulegen oder bei einer Online-Bestellung ein Foto davon hochzuladen.
Quellen
- Bundesumweltministerium: Umweltplakette und Umweltzone
- Umweltbundesamt: Umweltzonen in Deutschland
- Berlin.de: Fahrzeug und Plakette
- BayernPortal: Umweltplakette, Erwerb
